Der erste Schritt in Richtung meines Traumjobs

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Wenn wir uns bewerben, wollen wir uns von der besten Seite zeigen. Egal, ob um einen Job im Ausland oder innerhalb der Heimatstadt. Mit ein paar einfachen Mitteln sticht Deine Bewerbung aus dem Einerlei hervor. Du bist besonders, also darf auch Deine Bewerbung den kleinen, aber feinen Unterschied machen.

Morgens in der Bahn

Als Lukas morgens in die Bahn stieg, um ins Büro zu fahren, hatte er Glück. Die Bahn war nicht sehr voll und er fand gleich einen Sitzplatz. Normalerweise fährt er mit dem Elektroroller ins Büro. Es regnete aber schon den ganzen Morgen und er wollte nicht vollkommen durchnässt im Büro ankommen.

In der Bahn flimmerte Werbung über die Bildschirme. Ein Spot von Singapore Airlines fesselte ihn. Er musste an seinen letzten Urlaub denken. Er war mit Singapore Airlines nach Thailand geflogen und hatte zwei Tage Aufenthalt in Singapur eingeplant. Die Stadt hat ihm gut gefallen. Wie gerne würde er mal in einer Stadt wie Singapur arbeiten. Sein heutiger Job macht ihm Spaß, aber sein Arbeitgeber bietet nicht die Möglichkeit eines Auslandsaufenthaltes an. Ich müsste mich mal umsehen, dachte Lukas und wandte sich wieder dem Bildschirm in der Bahn zu. Der Gedanke ließ ihn aber nicht mehr los.

„Ich möchte gerne im Ausland arbeiten“, sagte Lukas

Abends telefonierte Lukas mit Anna. Er hatte Anna in der Berufsschule kennengelernt. Mittlerweile lebt Anna in Berlin. Sie hat nach der Ausbildung ein duales Studium in Business Administration an der Business School Berlin absolviert und arbeitet in einer großen Versicherungsgesellschaft. Lukas erzählte Anna von seinem Wunsch, im Ausland arbeiten zu wollen. „Mensch Lukas“, sagte Anna, „gerade neulich habe ich etwas dazu gesehen. Es ging zwar um Jobs im europäischen Ausland aber vielleicht entdeckst Du dort weitere Hinweise. Eures, European Employment Services, heißt die Website.“

Lukas war jetzt voller Tatendrang. Er hatte einen Anfang gefunden und machte sich gleich an die Recherche. Neben „Eures“ fand Lukas auch auf der Website der Bundesagentur für Arbeit hilfreiche Informationen. Jetzt fühlte es sich an, als seien sämtliche „Filter“ richtig eingestellt und Lukas fing an, sein Ziel ernsthafter zu verfolgen. Er fand mehr und mehr Informationen, sprach mit Freundinnen und Freunden und mit Vertrauten aus seinem Kollegenkreis.

Der Lebenslauf war schnell erstellt

Lukas machte einen Plan und schließlich kam er zu dem Punkt, eine Bewerbung schreiben zu können. Der Lebenslauf war mehr oder weniger schnell erstellt. Er begann den Lebenslauf mit seinen persönlichen Daten und führte anschließend in chronologischer Reihenfolge seine beruflichen Stationen auf. Ihm war es wichtig, die für den Job im Ausland wesentlichen Informationen herauszustellen. 

Er hob hervor, dass er ein Jahr als Austauschschüler in Australien verbracht hat, dass er in seiner heutigen Position bereits mit internationalen Kunden zu tun hat und welche Sprachen er neben seiner Muttersprache beherrscht. Zusätzlich hat er bei den relevanten Positionen seine Erfolge herausgestellt. Er fand es wichtig, dass das Unternehmen, bei dem er sich bewirbt, gleich die Highlights seiner bisherigen Laufbahn sieht. Jetzt begann Lukas euphorisch zu werden. Ein weiterer Schritt hin zu seinem Ziel war geschafft.

Es fehlte nur noch ein Anschreiben für die Bewerbung

„Brauche ich überhaupt noch ein Anschreiben“, fragte sich Lukas? Das will doch bestimmt niemand mehr sehen? Er erkundigte sich im Freundeskreis und recherchierte im Netz. Die Informationen erschlugen ihn und er war frustriert. Auf keinen Fall wollte er sich seine Chance vermasseln. Lukas versetzte sich in die Lage des künftigen Arbeitgebers und überlegte, wie er es wohl finden würde, wenn er einfach einen Lebenslauf zugeschickt bekommen würde und…..“halt, meine Zeugnisse muss ich auch übersetzen lassen“, dachte er. „OK, am besten, ich mache mir eine Liste der zu erledigenden Punkte. Nicht, dass ich etwas Wesentliches übersehe.“

Lukas notierte:

  • Anschreiben erstellen.
  • Zeugnisse übersetzen lassen.
  • Bei der Botschaft Erkundigungen einholen, unter welchen Voraussetzungen eine Arbeitserlaubnis erteilt wird?
  • Welche Unterlagen werden für die Arbeitserlaubnis benötigt?
  • Wie ist die Wohnsituation?
  • Wie komme ich an eine Wohnung?
  • Wir kann ich mich krankenversichern?

Immer mehr Fragen fielen ihm ein und am Ende sah er den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er nahm sich vor, nach und nach jeden Punkt zu notieren. Dann blockiert es nicht seine Gedanken. 

Credits to: Shane Rounce on Unsplash

„Jetzt aber ran ans Anschreiben“, dachte Lukas

Er saß da und überlegte. Die leere Seite lachte ihn beinahe spöttisch an.

Je konzentrierter er überlegte, desto weniger fiel ihm ein. Er klappte den Deckel seines Laptops zu und rief seinen Kumpel Jakob an. Jakob hat er vor zwei Jahren kennengelernt, als er mit einer Gruppe Freundinnen und Freunden zum Stand-up Paddeln auf der Alster war. Jakob ist Anfang 30 und hat eine Führungsposition in einem internationalen Konzern. 

„Hey Jakob, hast Du Lust, eine Runde um die Alster zu laufen? Ich komme mit einem Thema nicht weiter und muss dringend den Kopf freibekommen.“ „Klar, immer“, sagte Jakob. 30 Minuten später hatten die beiden ihre Laufschuhe geschnürt und trabten gemütlich nebeneinanderher. 

Lukas berichtete Jakob von seinem Frust. „Warum willst Du denn überhaupt ins Ausland gehen, Luk?“ Und Lukas berichtete von seinen beruflichen und persönlichen Plänen, seinen Zielen und seinen Träumen. „Worin liegen Deine Stärken“, fragte Jakob weiter „und kannst Du Deine Stärken in Singapur überhaupt einsetzen? Brauchen die Deine Expertise dort?“ Und Lukas begann ausschweifend zu erzählen, was ihm in seinem Beruf besonders viel Spaß macht, was er gut kann und dass das Unternehmen, bei dem er sich bewerben möchte, mit Europa und sogar mit Deutschland eine geschäftliche Beziehung hat. Dort könnte er seine Expertise einbringen. Mit einem Mal hatte Lukas klar vor Augen, was er in seinem Anschreiben unterbringen wollte. 

Lukas steckte seine ganze Leidenschaft in das Anschreiben

Als er zu Hause angekommen war, setzte er sich gleich an seinen Laptop und begann zu schreiben. Die Worte flossen aus ihm heraus und er packte seine ganze Leidenschaft in das Anschreiben. Er führte auf, warum er in Singapur arbeiten möchte, wie er einen Mehrwert für das Unternehmen bringen könnte und für welche Problemstellungen er besonders gute Lösungen finden kann. Er schloss das Schreiben mit einer kurzen Bemerkung, warum er den Eindruck hat, dass das Unternehmen gut zu ihm passen würde.

Dieselbe Euphorie, die er nach dem Schreiben des Lebenslaufs verspürt hatte, war wieder da. Am liebsten würde er sofort abreisen. Wieder ein Schritt näher zum Ziel. Aber bis dahin gab es noch einiges zu tun. Lukas ist klar geworden, mit seiner Bewerbung verkauft er etwas. Nämlich seine Arbeitskraft. Mit der Bewerbung möchte er dem potenziellen Arbeitgeber möglichst überzeugend darlegen, warum er sich gerade für Lukas interessieren sollte. Er will ihm den Mund wässrig machen für das Produkt „Lukas Arbeitskraft“ und in dem sich hoffentlich anschließenden Gespräch den Sack zumachen. 

Ich möchte für ein erstklassiges Unternehmen arbeiten

Noch eine Erkenntnis nahm Lukas für sich mit. Nicht nur das Unternehmen möchte erstklassige Mitarbeitende gewinnen. Lukas möchte für ein erstklassiges Unternehmen arbeiten und er nahm sich vor, peinlichst darauf zu achten, dass das Unternehmen zu seinen Vorstellungen passt. Er fing an zu überlegen, worauf er bei einem Arbeitgeber besonderen Wert legt. Schließlich würde er seine Heimatstadt hinter sich lassen, seinen Freundeskreis und seine Familie nicht mehr um sich haben. Da will er in jedem Fall so viele Informationen wie möglich haben, bevor er einen Vertrag unterschreibt. „Wobei das genauso gelten würde, wenn ich mich in meiner Heimatstadt Hamburg bei einem neuen Unternehmen bewerbe“, dachte Lukas.

Lukas ging die Unterlagen noch mal durch:

  • Lebenslauf, max. eine Din A4 Seite, persönliche Angaben, Fokus auf die relevanten Stationen meiner Laufbahn. Habe ich.
  • Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse vermerkt? Ja.
  • Bild auf dem CV? Ich weiß, brauche ich nicht, habe ich aber trotzdem eingefügt. Ich finde, das macht einen persönlicheren Eindruck.
  • Anschreiben: Warum möchte ich für das Unternehmen arbeiten, worin liegen meine Stärken, welchen Mehrwert meine ich dem Unternehmen bringen zu können und welche Lösungen kann ich für welche Probleme anbieten?  Ja, hab‘ ich ausgeführt.
  • Übersetzungen meiner Zeugnisse? Die hatte ich doch neulich bereits in meiner Inbox? Ah, da sind sie.

Unterlagen hochladen und Daumen drücken.

Lukas ging noch mal seine To-do-Liste durch und ergänzte sie um Punkte, zu denen er sich noch Gedanken machen möchte, um gut auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet zu sein. 

  • Was ist mir bei einem künftigen Arbeitgeber wichtig?
  • Welche Werte möchte ich erfüllt sehen?
  • Warum sollte ich mich gerade für Unternehmen „A“ oder „B“ entscheiden?
  • Wobei benötige ich Hilfe?
  • Welchen Karriereweg möchte ich gehen?
  • a. Möchte ich eine Führungskraft sein?
  • b. Möchte ich mich lieber horizontal entwickeln?
  • Welche Schwächen habe ich und wie gehe ich damit um?
  • Was macht mir Freude?

Die Liste wurde länger und war sicher noch nicht vollständig. Nun war es aber raus aus dem Kopf und beschäftigte ihn nicht die ganze Zeit. 

Lukas schnappte sich eine Flasche Rotwein, buchte einen E-Roller und fuhr zu seiner Freundin. Er musst ihr unbedingt erzählen, was er alles erledigt hat.

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